Konzernstrategien
Das trojanische Pferd der Zigarettenindustrie
Wenn Jugendkampagnen gegen Rauchen Zigarettenwerbung transportieren.

- Rauchen beruhigt – Stimmt: Jeder 2. Raucher braucht sich nicht um sein Alter zu sorgen: Er stirbt vorher.

- Rauchen macht erwachsen – Stimmt: Haut, Hirngefäße und Schlagadern altern schneller.

- Rauchen macht schlank – Stimmt: Vor allem deinen Geldbeutel.

- Rauchen macht stark – Stimmt: Stark abhängig – ähnlich wie Heroin.

- Raucher haben Kontakt – Stimmt: Mit krebserregenden Stoffen wie Arsen, Benzol, Radon oder Teer.
Am 20. März 2002 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unter der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt mit dem Verband der Zigarettenindustrie (DZV) eine Vereinbarung zur Prävention des Rauchens von Kindern und Jugendlichen geschlossen. In dieser Vereinbarung hat sich die Zigarettenindustrie zur Zahlung von insgesamt 11,8 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren verpflichtet. Die Mittel sollten zur Finanzierung von Programmen zur Förderung des Nichtrauchens von Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. Mit der Umsetzung der Projekte wurde die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beauftragt.
Die Ergebnisse dieser Kampagne wurden von vielen Seiten massiv kritisiert. Die fünf Motive der Plakataktion fordern Jugendliche nach Ansicht der Experten eher zum Rauchen auf als sie davon abzuhalten. Kennt man die Prinzipien der Plakatverbung, nach denen das Bild spontan die emotionalen Ebenen des Betrachters anspricht, erst in zweiter Linie großer (farbiger) Text und kleiner Text in der Regel nicht oder nur peripher wahrgenommen wird, dann kann man hier zynischen Mutwillen unterstellen. Der Artikel Rauchen ist todschick, von Andrea Dachs beleuchtet die Zusammenhänge und Hintergründe im Detail.
